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     Flughafen Köln Butzweilerhof

 

   
Technik
 
Scheinwerferwagen zur Beleuchtung des Rollfeld.Für den Flughafen wurde natürlich die neuste Technik eingebaut. Dabei darf man nicht vergessen, dass die eigentliche zivile Luftfahrt erst ca. fünfzehn Jahre alt war.


Auf Sicherheit wurde auch damals schon sehr großen Wert gelegt. So wurde der Flughafen z. B. über zwei unabhängige Stromquellen versorgt, so dass bei Störungen sofort auf die andere Stromquelle umgeschaltet werden konnte. Aber auch eine umfangreiche Signal- und Beleuchtungsanlage wurde installiert. Die Zeiten, in denen Petroleumlampen angezündet und aufgestellt wurden, waren lange vorbei.






  
Funk- und Peilanlage
 
Als internationaler Flughafen war moderne Funktechnik zwingend notwendig um Kontakt mit anfliegenden Flugzeugen zu haben.

Als Langwellensender wurden die bereits für den ersten Flughafen genutzten Sendemasten am Niehler Hafen weiter genutzt. Leider ist nicht bekannt wo sich die Funkmasten am Hafen befanden.
Im Dezember 1936 wurde eine neue Funkanlage in Dellbrück in Betrieb genommen. Die alte Anlage im Niehler Hafen wurde abgebaut.
 
Funkmasten Flughafen 
 
Am Nordrand des Rollfeldes befand sich eine Bodenpeilstelle. Am Südrand wurde eine Funkbake installiert. Wo sich die Bodenpeilstelle befanden, ist heute nicht mehr bekannt. Die südliche Funkbake befand sich auf dem Verwaltungsgebäude oder dem Kontrollturm.







Bild rechts: In etwa einem Kilometer entfernt befand sich (nördlich der heutigen Hugo-Eckener-Straße etwas 190 Meter östlich der Einmündung zur Heinrich-Rohlmann-Straße) eine U-Adcock-Anlage zur Funkpeilung. Laut einer Informationsbroschüre der Stadt Köln zum Flughafen sollen es 5 Masten gewesen sein. Auf Luftbildern sind aber nur vier Maste zu erkennen. Wahrscheinlich handelte es sich bei dem 5. Mast um eine etwas kleinere Hilfsantenne in der Mitte des Quadrats.  Die Masten hatten eine Höhe von ca. 12m.
 

 
Funkanlage des Flughafen Köln Butzweilerhof auf dem Verwaltungsgebäude
 
Bild oben und unten: auf dem Verwaltungsgebäude befand sich die Kurzwellenfunkanlage. Die Kurzwellenanlage war mit vier Arbeitsplätzen im Empfang rund um die Uhr besetzt.
Die Anlage empfing auf der Frequenz 322, 333 und 327 kHz.
Sendeseitig wurde auf der Frequenz 322, 333 und 340 kHz gesendet.
 
Funkanlage des Flughafen Köln Butzweilerhof
 

Adcock-Anlage zur Funkpeilung Flughafen Köln ButzweilerhofGrafik der Adcock-Anlage zur Funkpeilung Flughafen Köln Butzweilerhof

Das Landefunkfeuer hatte die geografische Position 50° 58´, 51´´ N und 6° 53´ 29´´ O. Dabei handelte es sich um einen Punkt der ca. 300 m südlich der Platzmitte des Flughafens lag. 





























  
Fernmeldeeinrichtung

Die Telefonnummer des Flughafen war damals die 58146.
Interessanterweise gibt es nur diese eine Nummer. Ob es ich um die Zentrale handelte die dann weiter vermittelte ist leider nicht bekannt.
Der Flughafen war auch sonst mit modernster Fernmeldetechnik ausgestattet. Die Reichspost hatte eigene Fernmelderäume. Leider ist nicht mehr bekannt wo sich die Fernmelderäume befanden. Allerdings erzählt Heribert Suntrop, dass sein Freund Zachäus als Schüler mit Englischkentnissen von den US-Truppen als Dolmetscher eingesetzt wurde. Somit kam er auch auf den ehemaligen Fliegerhorst Butzweilerhof bzw. Einsatzhafen E11/VI. Dort waren gerade die letzten deutschen Soldaten geflohen. Wie er erzählte, liefen im Keller noch die Fernschreiber.
 
Nach Auswertung verschiedenen Unterlagen sidn folgende Telefonnummern bekannt:
  Gebäudeteil Dienststellen Telefonnummer  
  
  Verwaltung und
Empfangsgebäude
Flughafenleitung, Flughafenverwaltung, Flugleitung, Flugwetterdienst,  Flugfernmeldedienst, DLH, Zoll, Post, Empfangshalle, sowie die Büros von Air-France, Imperial Airways und Sabena
Anmerkung: Wahrscheinlich gab es hier eine Telefonvermittlung.
 
58201  
  Polizeiturm Luftaufsichtswache  - 205  
         
    Flughafenverwaltung  -  246 - 248  
         
    Pförtner  - 200   
         
  Restaurant Flughafengaststätte
50261  
         
















Rohrpost
Innerhalb der Anlage gab es auch ein Rohrpostsystem. Über dieses Rohrpostsystem waren die Diensträume der Bezirksdirektion West, der Flugleitung der Lufthansa, der Luftaufsicht sowie Flug- und Wetterfernmeldedienst miteinander verbunden. Leider gibt es heute keine (bekannten) Reste mehr dieses großflächigen Rohrpostsystems.


  
Beleuchtungs- und Signalanlage
 
 auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof 1936 mit Turm der LuftaufsichtAuf diesem Bild ist eine vertikale längliche Konstruktion an der rechten Ecke über der Eingangstür zu sehen. Dabei handelte es sich um einen großen Pfeil, der den Piloten, die zum ersten Mal auf dem Butzweilerhof landeten, das Registrierungsbüro anzeigte. Dieses Büro lag Parterre direkt im Turm der Luftaufsicht. Dort ließen die Piloten ihre Papiere abstempeln und bekamen Informationen über den Flughafen. 

Sirene
Über eine Sirene wurden Landungen angekündigt. Diese Sirene stand auf der Halle 1 und wurde durch die Luftaufsicht bzw. Luftpolizisten betätigt.
Ein langgezogener Ton meldete die Landung eines Flugzeug aus dem Inland, zwei kurz hintereinander folgende Töne ein Flugzeug aus dem Ausland. Damit wurde auch der Zoll benachrichtigt, der die Maschine kontrollieren musste. Hintereinander folgende kurze Töne waren Warnsignale bei Luftnotfällen und forderten zum Freimachen und Fraihalten des Rollfeld auf. Ein langezogener Ton von mindestens 2 Minuten Dauer signalisierte einen Feueralarm oder den Unfall eines Flugzeugs.  

Gebäude und Flugfeldbeleuchtung
Bevor das gesamte Flugfeld am 28. März 1930 elektrisch beleuchtet wurde, mussten die Flughafenangestellte Petroleumlampen an neuralgischen Punkten aufstellen. Dazu schoben die Flughafenmitarbeiter diesen Scheinwerferwagen der Luftaufsicht ein Mal rund um das Flugfeld um die Lampen aufzustellen. Nach dem Eintreffen des letzten Flugzeugs wurden die Lampen wieder eingesammelt. Für den Nachtluftverkehr wurde der Flughafen mit den modernsten Befeuerungsanlagen ausgerüstet. Außer dem schon vorhandenen Ansteuerungsfeuer (Drehlicht) wurde ein starker Scheinwerfer zum Heranholen der Flugzeuge bei schlechtem Wetter und zur Beleuchtung des Rollfeldes aufgestellt. Das Rollfeld erhielt eine Rollfeldumgrenzungsbeleuchtung aus Neonröhren. Die Hallen und eine neben dem Rollfeld gelegene Ziegelei erhielten eine Hindernisbeleuchtung. Ein beleuchtetes Windrichtungsflugzeug, eine Hallenvorfeldbeleuchtung an der Stirnseite der Hallen und Vorflutscheinwerfer zur Beleuchtung der Abfertigungsplattform ergänzten die Anlage. In der Nordostecke des Rollfeldes wurde ein Peilhaus für den Peilverkehr mit den Flugzeugen errichtet. 

Vom Turm der Luftaufsicht hatten die Beamten eine hervorragende Aussicht auf das gesamte Flughafengelände. Flugfeldbeleuchtung, die früher in Form von Petroleumleuchten von Hand aufgestellt wurden, konnte man nun elektrisch mit einem Schalter schnell ein- bzw. ausschalten. Wie auf diesem Bild zu sehen, wurden Scheinwerfer auf der Halle 1 montiert die das Rollfeld beleuchteten. Eine weitere Scheinwerferreihe gab es auf dem Dach des Verwaltungsbereichs, der Empfangshalle und dem Restaurant. Somit konnte das gesamte Vorfeld beleuchtet werden. Sehr schön ist hier auch die Rundung des Gebäudeendemble zu sehen die die Form des Flugfeld nachvollzieht.

Mit der Einführung der Flugfeldgrenzbeleuchtung musste nur noch ein Schalter umgelegt werden, was natürlich eine erhebliche Zeitersparnis bedeutet.
Natürlich befand sich auf dem Turm auch eine moderne Nachtbefeuerungsanlage, die vom Aussichtsraum darunter bedient wurde:
 
Scheinwerfer
Fabrikat SSW, Typ C 60 mit 600 mm Spiegeldurchmesser und 250 mm Brennweite.
Spannung an den Polen 48 Volt,  Stromstärke ca. 60 Amper.
Standort auf dem Turm der Luftaufsicht
 
 
Spiegeldrehfeuer
Fabrikat Pintsch mit Scheinwerferlampe 110 Volt, 5000 Watt Kristall-Gürtellinse von 600 mm Durchmesser und drehbarem ovalem Spiegel. Gebläse für Frischluftzufuhr. Lichtstärke 1.350.000 H.K.
Standort auf dem Turm der Luftaufsicht, Animation siehe unten
 
 
Signalanlage
Fabrikat AEG mit 250 mm Spiegeldurchmesser, auswechselbaren roten und grünen Scheiben und Visiereinrichtung, Spannung der Lampen 24 Volt und 250 Watt.
Standort auf dem Turm der Luftaufsicht. Die Anlage wurde zu Kriegsbegin von der Bauleitung Ostheim mit dem Glasaufbau abgebaut und in der Nähe des Westfriedhofs eingelagert. Durch einen Brand am 24.10.1939 wurden diese Scheinwerfer mit dem Glasaufbau vernichtet.

  
Der Windrichtungsanzeiger des Butzweilerhofs in der nordöstlichen Ecke des Geländes auf der Backbord der Anflugrichtung.
Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild.
 
Die Windrichtungsanzeiger des Flughafen Köln Butzweilerhof
2 Windrichtungsanzeiger in Flugzeugform
An der Nord-Ost-Seite und an der West-Seite gab es je einen weiß-rot-weißen Windrichtungsanzeiger in T-Form die ca. 2 m über dem Boden angebracht waren und Nachts blau angeleuchtet waren. Der am Ostrand stehende Zeiger war mit einem Kontaktgeber versehen, der eine Windrose auf der Luftaufsicht steuerte.
Die Anzeige bestand aus blau leuchtenden Neonröhren.
 
Rollfeldumrandung
Die Rollfeldumrandung vom Fabrikat SSW bestand aus 15 Randfeuern, die durch eine Ringkabelleitung von der Luftaufsicht aus geschaltet wurden.  Die 2 m langen Neonröhren hatten eine Stromaufnahme von ca. 60 Milliamper bei einer Betriebsspannung von ca. 2000 Volt. Das entspricht einer Leistung von 120 Watt pro Neonröhre und einer Gesamtleistung von 1800 W.
  
  
Vorfeldbeleuchtung oder auch Tiefstrahler
Die 19 Vorfeldleuchten waren auf den Dachkannten der neuen Gebäude zum Rollfeld montiert. Auf Restaurant, Empfangsgebäude und Verwaltung waren 11 Scheinwerfer montiert die eine Leistung von 1000 Watt besaßen. Drei Scheinwerfer mit je 200 Watt waren auf dem Betriebshof und fünf, auch mit 1000 Watt, auf der Halle 1.


Bitte bewegen Sie den Cursor über das Foto um die Positionen der Scheinwerfer zu sehen.









 
Die Terasse des Flughafen Köln Butzweilerhof - Junkers Ju 90 Bayern 
Hindernissbeleuchtung
Auf allen, an das Rollfeld angrenzenden Gebäuden, waren insgesamt 57 Hindernisleuchten der Firma Schanzenbach, installiert. Jede Lampe hatte eine Leistung von 200 Watt.
 
Landebahnleuchten
Zur Beleuchtung des Rollfeld waren drei Landebahnleuchten rund um das Rollfeld aufgebaut. Alle Scheinwerfer waren in der Horizontalen fest montiert. Diese Anlage wurde erst 1937/38 errichtet als sich heraus stellte, dass die bisherige Nachtflug-beleuchtung nicht ausreichte.
Aufstellung der Landebahnleuchten des Flughafen Köln ButzweilerhofEin Scheinwerfer befand sich auf einem kleinen Häuschen zwischen Restaurant und Tribüne (siehe Bild). Der zweite Scheinwerfer befand sich auf der Ostseite der Halle III. Der dritte Scheinwerfer war am Westrand des Rollfeld montiert und war hydraulisch versenkbar mit Hilfe eines Ölkompressors.
Alle drei Scheinwerfer konnten über ein Schaltpult geschaltet werden, dass sich in der Luftaufsichtswache befand.

Bitte bewegen Sie den Cursor über das Foto auf der linken Seite um eine Großaufnahme des Scheinwerfers zu sehen.

Sicht auf den alten Flughafen der Stadt Köln 
   









Scheinwerfer auf dem Kontrollt Flughafen Köln Butzweilerhof
Ansteuerungsfeuer Flughafen Köln Butzweilerhof R-HalleAnmerkung: Die hier gezeigten Animationen entsprechen der originalen Blinkfrequenz der damaligen Ansteuerungsfeuer.
Bild links unten: Bei Nacht wurde der Flughafen durch ein Ansteuerungsfeuer markiert, welches auf die Blinkfrequenz 0,3 Sek Blinken / 3,7 Sek. Pause eingestellt war. Das Drehspiegelfeuer war auf der R-Halle montiert (Bild rechts), die aber 1937 abgerissen wurde. Wahrscheinlich mit dem Neubau wurde das Ansteuerungsfeuer auf dem Beobachtungsturm montiert (Bild links) und hatte eine elektrische Leistung von 5000 Watt bei 110 Volt. Dies entsprach einer Lichtleistung von 1.350.000 Lumen und führte bei gutem Wetter zu einer Sichtweite von ca. 50 km. Somit war der Flugplatz von jedem der hier unten eingezeichneten Drehfeuer zu sehen.
Ansteuerungsfeuer Flughafen Köln Butzweilerhof in Eichholz, Oberaußem und Zons
Zusätzlich zu dem Ansteuerungs-feuern auf dem Flugplatz gab es im Kölner Umland in den Orten Oberaußem, Eichholz (Hennef) und Zons Ansteuerungsfeuer mit der Blinkfrequenz 0,2 Sek. Blink / 2,8 Sek. Pause. 
Die Frequenz des Flughafens lag also über der Frequenz der umliegenden Ansteuerungsfeuer.
Auf der Seite www.justus2.se  finden Sie ein Bild des Ansteuerungsfeuers in Oberaußem sowie weitere interessante Informationen über die Leuchtfeuertechnik.


Zusätzlich gab es auf dem Turm der Luftaufsicht einen Suchscheinwerfer um das Rollfeld zu beleuchten. Der Suchscheinwerfer wurde von der Luftpolizei aus deren Aussichtsturm betrieben. Bewegen Sie bitte den Cursor über das Bild oben um den Scheinwerfer zu sehen.
Windsack 
In der Platzmitte befand sich ein Rauchofen.

Zusätzlich gab es einen Windsack auf einer Flugzeughalle.   
 
R-Halle Flughafen Köln Butzweilerhof
 
Bei einer Wolkendecke konnte zusätzlich mit einem speziellen Wolkenhöhenscheinwerfer die Wolkendecke von unten angestrahlt werden.

Bild links: Auf der R-Halle (bis 1918 "Riesenflugzeughalle", ab ca. 1926 "Reparatur-Halle") wurde in riesigen Lettern der Name KÖLN gemalt. Allerdings wurde die Halle 1937 abgerissen.
Um den Platz für Ortsfremde kenntlich zu machen, gab es in der Mitte einen Betonkreis um den der Name KÖLN gelegt war. Dieser Betonkreis wurde aber im August 1939 durch die Luftwaffe entfernt, um den Platz (den die Briten jahrenlang angeflogen hatten) unkenntlich zu machen.

Der Platz war rot-weiß-roten gradlinigen Reflektorblechen der Umrandungsfeuer (rote Neonleuchten) in Abständen von ca. 100 m in einer Höhe von 1,3m umgeben. Diese Kette war nur unterbrochen durch die Flughafengebäude, die aber u. a. durch Hindernisleuchten kenntlich gemacht waren.


  
Feuerlöschanlage

Ein Flughafen mit Besucherverkehr muss sicher sein. Auch die Flugzeuge mit Treibstoff bildeten natürlich eine Gefahr. Aus diesem Grund war auch der Butzweilerhof mit Feuerlöscheinrichtung ausgestattet.
Innerhalb der Gebäude waren Kleinlöschgeräte aufgestellt. Im Empfangs und Verwaltungsgebäude waren 10 Naßlöscher sowie ein Tetralöscher aufgestellt.
In der Flugzeughalle waren 15 Tetralöscher sowie 4 Nasslöscher installiert.
Im Betriebshof wurden 4 Schaumlöscher, 2 Nasslöscher und 2 Tetralöscher aufgestellt.
Vermutlich gab es auch in der Küche des Restaurants geeignete Löschmittel.
Tetralöscher waren Feuerlöscher mit Tetrachlormethan als Löschmittel. Beim Löschen entsteht kein Wasserschaden. Heute sind diese Feuerlöscher verboten, da CCl4 die Ozonschicht schädigt.
 
Überall auf dem Butzweilerhof waren Hydranten verteilt, um bei Feuer über ausreichend Löschwasser zu verfügen. Einige der alten Hydranten sind heute noch auf dem Gelände zu finden. Vor der Halle 1 befanden sich drei Unterflurhydranten.
Der hier abgebildete Hydrant ist im Plan (rechts) mit einem blauen Kreis markiert.
 
Hydrant der Feuerlöscheinrichtung Flughafen Köln Butzweilerhof

Hydranten der Feuerlöscheinrichtungen Flughafen Köln Butzweilerhof 
 
Bild unten: Neben den fest installierten Hydranten gab es natürlich auch eine Flughafenfeuerwehr. Leider gibt es z. Zt. keine weiteren Informationen über diese Einrichtung, die Mannschaft und die Ausrüstung. Der einzige Hinweis sind die Garagen für die Feuerwehrwagen, die vom Betriebshof direkt auf das Rollfeld führten.
Garage der Feuerwehr auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof 
 
Auf dem Flughafengelände gab es drei Zisternen mit ca. 100 m³ Fassungsvermögen für Löschwasser. Die normale Wasserversorgung wurde durch ein Ringrohrleitungsssystem gewährleistet. Im Brandfall wurde durch Umlegen eines Schiebers im Wasserschaltkeller der Wasserdruck in den Hydranten erhöht.

Feuermelder waren an folgenden Stellen aufgestellt:

   - an der neuen Halle neben dem Luftaufsichtsturm
   - im Empfangsgebäude in der Abfertigungsdurchfahrt

Außerdem gab es noch die alten Feuermelder im ehemaligen Flughafen:
   - Nord-West-Ecke der Halle III
   - Nord-West-Ecke des alten Abfertigungsgebäudes
   - Nord-West-Ecke der Halle 1




  
Tankanlage

Gleisanschluss Flughafen Köln ButzweilerhofDas alte Treibstofflager mit einer Kapazität von 2 x 25.000 Ltr. lag in der äußeren nord-östlichen Ecke des Flughafengeländes. Die neuen Treibstofftanks mit 100.000 Liter (4 x 25.000 Ltr.) und 150.000 Ltr. (3 x 50.000 Ltr.) Tankinhalt wurde unter dem Rollfeld gelagert. Diese Tanks konnten direkt aus Kesselwagen befüllt werden. Um die Flugzeuge zu betanken gab es 12 Pumpengruben.

Für die Kraftwagen des Flughafens gab einen 6000 Ltr. Treibstofftank.

Um auch Flugzeuge zu betanken die nicht direkt an einer Pumpengrube parkten gab es einen fahrbaren Elektrotankwagen Elektro-Tankkarren der Firma Scheele der bereits 1927 angeschafft wurde.

Sowohl der erste Butzweilerhof, als auch das neue Flughafenensemble waren über Gleisanschlüsse mit dem Bahnsystem verbunden um die großen Treibstoffmengen liefern zu können. Sowohl der alte als auch der neue Teil waren für Tankwagen mit Gleise  ausgestattet.  Dazu war der Flughafen war über ein heute noch vorhandenes Stellwerk an die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn angeschlossen.

Gleisanschluss Flughafen Köln Butzweilerhof




 
Die hier gezeigten Tanks wurden um den 9. März 2008 ausgebaggert und entsorgt. Ob es sich um Tanks der Fliegerstation oder der Royal Aur Force handelt, konnte nicht heraus gefunden werden. Der Standort lag vor der ehemaligen Halle 2 der Fliegerstation bzw. Flughafen und vor dem ehemaligen Luftfahrtmuseum.
Tankanlagen des Flughafen Köln Butzweilerhof


  
Fuhrpark 

Elektro-Tankkarren der Firma Scheele Flughafen Köln Butzweilerhof
Elektro-Tankkarren der Firma Scheele Flughafen Köln Butzweilerhof
Zum Wagenbestand des Flughafen gehörten am 1. September 1937 drei Fahrzeuge. Ein Kaelble Tandem-Walze, Baujahr 1927 mit 18 PS zur Instandsetzung des Rollfeld und ein Hanomag Raupenschlepper, Baujahr 1930 mit 40 PS für den Transport von Flugzeugen. Beide Maschinen wurden mit Schweröl betrieben. Gefahren wurden diese beiden Fahrzeuge von Heinrich Breidbach (Köln-Dünnwald, Berliner Str. 913)

Ein Elektro-Tankkarren der Kölner Firma Scheele (Bickendorf) hatte eine Leitung von 3,3 PS. Dieser Tankkarren wurde bereits 1926 angeschafft um Flugzeuge, die nicht direkt an einer Tankgrube standen, betankt werden konnten. Insgesamt konnte der Tankwagen 1100 Liter Treibstoff, etwas 1,1 m³, transportieren. Dies war für kleinere Flugzeuge ausreichend, nicht aber für die späteren großen Passagiermaschinen wie die Ju 52, Heinkel He 111, De Havilland, Short L 17 und alle die anderen Maschinen. 

Die Flughafenfeuerwehr war mit einem Abrüstwagen ausgerüstet. Auf diesem Abrüstungswagen wurden Schaumlöscher, Schanzzeug, Werkzeug, Tragbahren und Sanitätspersonal bereit gehalten.
Bei Flugunfällen gab es einen Krankenwagen mit - so genannter - Gefolgschaft - also ausgebildeten Sanitäter. Bei Bedarf konnten weitere Krankenwagen bei der Feuerlöschpolizei (Telefon: 70021) angefordert werden. Ein Sanitätszimmer befand sich gegenüber der Pförtnerloge.
Bei Notfällen konnten folgende Ärtze angefordert werden:
     Dr. Veltins, Longerich Tel.: 59790
     Dr. Rody, Ehrenfeld, Tel.:  53468
     Dr. Kleinsorg, Bickendorf, Tel.: 56651
Das zuständige Krankenhaus war das St. Franziskus-Hospital in Longerich. Damals mit der Telefonnummer: 56909

Flughafen Köln Butzweilerhof, SchafeEin großer Teil der Flughafenflächen inkl. des Rollfelds bestand aus Rasenfläche. Um den Rasen kurz zu halten gab es "biologische Rasenmäher" die von umliegenden Bauernhöfen gestellt wurden.
Wie ein Zeitzeuge, der sich als Jugendlicher ein paar Mark als Schafshüter verdiente, berichtete, konnten bei Luftangriffen die Schafherde natürlich nicht so schnell in Sicherheit gebracht werden konnten. Deshalb blieben die Herden bei Luftangriffen auf den Rasenflächen. Wenn eine Bombe in eine Herde einschlug, wurden die Tiere durch die Luft gewirbelt, es gab aber merkwürdiger Weise keine großen Verletzungen, obwohl dies bei einem Angriff eigentlich zu erwarten war.

Bild links: Schafherden vor dem Hauptportal des Butzweilerhofs.

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-S28276 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5369359



  
Flugzeugwaschanlage

Flugzeuge verschmutzen durch Ölabsonderungen aber auch den üblichen "Straßendreck". Aus diesem Grund werden - damals wie heute - Flugzeuge so wie Autos gewaschen. Auf dem Butzweilerhof geschah dies noch mit Schrubber und viel Wasser. Dazu gab es in der Riesenflugzeughalle bis 1937 eine entsprechende Wasserverorgung und Abwassersystem.
Hier ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1937.

Flugzeugwäsche auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof


  
Flugwetterdienst

D-IJTE Wettererkundungsflugzeug Focke Wulf 47 auf dem Flughafen Köln ButzweilerhofAls einer der großen deutschen Flughäfen hatte der Butzweilerhof natürlich einen eigenen Flugwetterdienst. Die eigentliche Wetterstation stand an der Einfahrt auf das Flughafengelände zum Hauptportal. Dabei handelte es sich um ein kleines Häuschen mit meteorologischen Messinstrumenten. Auf dem Dach der Verwaltung war ein Windmesser installiert der die Daten direkt an den Flugwetterdienst und die Flugwache leitete.
 
Auf dem Flughafen Butzweilerhof war auch ein eigenes Wettererkundungsflugzeug stationiert. Geflogen wurde diese Maschine vom Typ Focke-Wulf Fw 47 "Höhengeier" von dem später bekannten Schriftsteller Egon-Maria Zimmer, der unter dem Pseudonym C. C. Bergius bekannt wurde. Den Tagesablauf beschreibt er in seinem Buch "Oleander Oleander".
 
Unten:Standorte des Flugwetterdienst auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof
Standorte des Flugwetterdienst Flughafen Köln Butzweilerhof


  
Entlausungsraum

Der Entlausungsraum im Flughafen Köln ButzweilerhofWie schon in den alten Flughafengebäuden befand sich auch im "Neubau" im Keller ein Badezimmer sowie ein Entlausungsraum. Dieser Einrichtung hatte folgende Zweck: Die ersten Passagiermaschinen waren, wenn überhaupt, nur sehr schwach beheizt. Besonders im Winter bei großer Flughöhe, konnte so der Flug sehr kalt und ungemütlich werden. Möglicherweise hätten sich Passagiere auch Erkältungen zuziehen können. Damit diese natürlich nicht passierte, gab die jeweilige Fluglinie im Bedarfsfall Pelzmäntel aus.
Allerdings waren damals Kopfläuse ein großes Problem. Da man nicht wußte, wieviel Läuse sich vom vorherigen Passagier eingenistet hatten, wurden die Pelzmäntel regelmäßig entlaust. Dies geschah in einem mit Fliesen ausgekachelten Raum, der mit einer doppelten Schutztüre hermetisch abgeschlossen wurde und in den wahrscheinlich ein Schädlingsbekämpfungsmittel eingeleitet wurde. Die Bekämpfung mit Pulver ist unwahrscheinlich, da man dieses Pulver nicht rückstandsfrei aus den Pelzmänteln entfernen konnte. Wahrscheinlich wurde Stickstoff verwendet.
Leider wurde der Vorraum dieses Entlausungsraum durch Renovierungs-arbeiten zerstört. Der eigentliche Entlausungsram ist bisher (Dez. 2015) nicht zerstört. Somit könnte es sich um den letzten noch intakten Entlausungsraum eines Flughafens in Deutschland handeln.
Sehen Sie dazu auch die Reportage von Gerd Krebber in:
"Veedel mit Geschichte: Ossendorf".
 
 
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