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     Der Tag der Kölner Stadtgeschichte
 

In den letzten Monaten erschienen diverse Artikel in allen Medien die Pläne zur Verkleinerung des Kölner Stadtarchivs behandelten oder auch die mangelnde Spendenbereitschaft der Gesellschaft zur Restaurierung der Kölner Archivalien - auch "Kölner Flocken" genannt - thematisieren.
Die Frage also: Warum besteht eine so große Geringschätzung gegenüber der Kölner Stadtgeschichte?
Ich glaube, die Antwort liegt in der mangelnden Bekanntheit der Kölner Stadtgeschichte. Köln wurde auf vielen Gebieten großes geleistet. Egal ob es sich um Politik, Kirchenpolitik, Technik, Festungsgeschichte oder Wirtschaft handelt. Aber auch die Geschichte der einzelnen Stadtteile findet großes Interesse. 
ABER bei diversen Gelegenheiten, egal ob in einer Kneipe, einer Vernisage oder im privaten Kreis, Geschichtchen der Kölner Stadtgeschichte finden immer wieder große Aufmerksamkeit. So enden Hinweise auf technische Errungenschaften bei den Zuhöreren regelmäßig mit der Feststellung: "Das wußte ich nicht."
Stadtmuseum Hamburg Köln
Verhältnis der Museumsgröße zum Alter der Stadt.
Köln hat z.B. in der Technikgeschichte einzigartige Erfindungen vorzuweisen. In Köln wurde das Ohmsche gesetzt R=U/I definiert und der Otto-Motos erfunden. Weltberühmte Automobilpioniere wie Otto, Daimler, Maybach, Bugatti und Horch wirkten in Köln. (weitere Informationen zur Kölner Technikgeschichte finden Sie auf der Webseite www.technikmuseum-koeln.de) Auch kann an die Geschichte der deutschen Luftfahrt am Beispiel der Kölner Luftfahrt erzählen.
Schon im Mittelalter begründete sich Kölns Macht und somit politischer Einfluss auf der größten Stadtmauer nördlich der Alpen. Wenn auch nicht auf dem modernst Stand, war Köln doch im Kaiserreich die größte Festung Preußens.
In der Kirchengeschichte mischten die Kölner Erzbischöfe immer in den oberen Hirachien mit. Auch war Köln für ca. drei Monate Papststadt (Papst Gregor VI, † November 1047 in Köln). Auch auch dies ist kaum bekannt.
Der erste Verlag der Welt wurde von einem Schüler Gutenbergs hier in Köln in der Nähe von Maria Lyskirchen gegründet (Foto der Gedenkplatte folgt). Wer weiß das?
Aber auch der "Tag des offenen Denkmals" zeigt immer wieder das große Interesse an historischen Gebäuden. Aus diesem Grund wurde in Köln der Tag des offenen Denkmals auf ein ganzes Wochenende ausgedehnt.
Alle diese Kapitel der Kölner Stadtgeschichte werden von Berufshistorikern oder auch Hobbyhistorikern mit viel Engagement bearbeitet und erforscht.
Was also fehlt ist eine zentrale Veranstaltung bei der dieses Spektrum gezeigt wird und die möglichst einfach für die Bürger zu erreichen ist. Das Stadtmuseum und das Römisch-Germanische Museum können dies alleine nicht bewältigen. Dies liegt beim Kölnischen Stadtmuseums einmal an der räumlichen Begrenzung (Hamburg ist nur halb so alt wie Köln, hat aber ein drei Mal so großes Museum -> Museum für Hamburgische Geschichte). Aber auch an der Tatsache, dass die Besucher erst einmal in die Museen gehen müssen wirkt abschreckend. Es wäre einfacher, wenn das Museum bzw. "die Stadtgeschichte" zum Besucher gehen würde. Wobei hier aber einmal auf das besondere Engagement des Teams "Stadtmuseum" mit interessanten Aktionen hingewiesen werden muss.
 

Christoph Gilles führt Besucher durch das Fort X Köln
Der erste Festungstag, an dem die Forts X im Inneren Festungsring und Fort IV im Äueren Festungsring gezeigt wurden, war ein voller Erfolg.
Hier Christoph Gilles in einer preussischen Uniform der Befreiungskriege führt die Besucher durch das Fort X.
Bisherige Veranstaltung:
Seit zehn Jahren findet, mit jedem Jahr erfolgreicher,  ein Wochenende statt, bei dem die einzelnen Werke der Kölner Stadtbefestigung gezeigt werden. Diese Epochen umfassen das Römische Imperium Germania Inferior, die Mittelalterliche Stadtmauer, der Innere Festungsring des Königreichs Preußen und der Äußere Festungsring des Kaiserreichs. Aber auch die Stadtbefestigung im III. Reich mit Bunkers oder Flakstellungen werden gezeigt und erklärt. Dieses Wochenende funktioniert durch ehrenamtliche Hobbyhistoriker, die individuell ein bestimmtes Werk für diesen Tag öffnen und erklären. An diesem Wochenende finden im gesamten Stadtgebiet in den Festungswerken Führungen, Vorträge und Ausstellungen zur Kölner Stadtbefestigung statt. Dazu stellt die Stadt Köln ihre Festungswerke zur Verfügung. Der Oberbürgermeister der Stadt Köln übernimmt die Schirmherrschaft und schreibt ein Grußwort an die Besucher.
 
Ausstellung des Radiomuseums Köln e.V.
Ausstellung Kölner Vereine zur Stadtgeschichte
Ausstellung Historisches Luftfahrtarchiv Köln
 
 
 
 
 






 
Also: durch ehrenamtliche Arbeit von Historikern wird den Kölnern auf breiter Ebene ein wichtiges Stück Stadtgeschichte auf unterhaltsame Art und Weise näher gebracht.
 

Was am Anfang mit wenigen Akteuren und Besuchern anfing, hat in der Zwischenzeit eine große Öffentlichkeit erreicht. Durch Mundpropaganda der Besucher erreichen wir weitere Bürger. Die Veranstaltungen wachsen i. B. auf Aufwand und Besucherzahlen Jahr um Jahr. Damit wächst das Bewusstsein für dieses Stück Kölner Stadtgeschichte stetig. Wir haben es also geschafft, im „Nahkampf“ das Interesse in einer breiten Schicht zu wecken.
Verschiedene Bürger spenden auch gerne, um die Arbeit der Vereine zu unterstützen. Oft mit der Begründung, dass ja die Spende der Köln Stadtgeschichte zugute kommt.
Um Spendengelder zu erhalten, muss also erst einmal das Interesse an einer Sache gewonnen werden. Weiß die breite Masse denn welche Schätzchen wir hier mit unserer Kölner Stadtgeschichte und damit den Nachlässen im Stadtarchiv haben?

Die bisherigen Aktionen (wenn man überhaupt davon reden kann) wie z.B. eine in der Presse angekündigte Plakataktion oder "Kaffeetassen", sind also oberflächlich und nutzlos, da den Bürgern das Wissen um die Kölner Stadtgeschichte fehlt bzw. erst geweckt werden muss. Interesse ist aber vorhanden, wie bei verschiedenen Veranstaltungen immer wieder festgestellt werden kann.
Eine Organisation/Stiftung alleine, wie z.B. die Stiftung Stadtgedächtnis, kann diese Herkulesaufgabe natürlich nicht bewältigen. Diese Aufgabe bzw. Organisation muss von einem professionellen Veranstalter durchgeführt werden. Diese Aufgabe muss die gesamte Stadt mit Ihren Bürgern und unterschiedlichen Vereinen auf allen unterschiedlichen Ebenen übernehmen. Spenden im großen Rahmen können für das Archiv also nur gesammelt werden, indem das Interesse an der Stadtgeschichte für eine breite Öffentlichkeit geweckt wird. Dazu sind diverse Aktionen notwendig.
  
Idee:
Wie kann man den Bürgern die Stadtgeschichte näher bringen? An einem Tag im Herbst sollte ein fester Termin zum „Tag der Kölner Stadtgeschichte“ ernannt werden. Der Herbst eignet sich deshalb, weil, in der darauf folgenden kalten Jahreszeit, die Bürger Fachbücher zur Stadtgeschichte lesen (-> Weihnachtsgeschäft) oder im Internet recherchieren können. Dieser Tag sollte aber nicht am 2. Sonntag im September am „Tag des offenen Denkmals“ statt findet, da die historisch aktiven Bürger an „ihre Gebäude“ im gesamten Stadtgebiet gebunden sind, während der „Tag der Kölner Stadtgeschichte“ zentral statt finden sollte. Möglich wäre es z.B. den "Tag der Kölner Stadtgeschichte" zusammen mit dem „Tag des Ehrenamtes“ oder den „Kölner Lichtern“ (als Begleitprogramm bis in den Abend) zu gestalten.

Geschichtsausstellung im Rathaus
Eine Ausstellung/Vorstellung unterschiedlicher Archive am 12. Mai 2007 im Rathaus. 
An diesem Tag/Wochenende könnten die verschiedenen Kapitel der Kölner Stadtgeschichte in verschiedenen Örtlichkeiten (Rathaus, Spanischer Bau, Museen usw.) aber möglichst zentral präsentiert werden. Zusätzlich werden Vorträge, Ausstellungen und Stadtführungen angeboten. Aber auch wissenschaftlich orientierte Historiengruppen (z. B. 1. Römercohorte e.V., Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V., ) bilden einen optischen Anlaufpunkt. Weitere Reenectmentgruppen können angesprochen werden.

Hobbyhistoriker stellen ihre Arbeit an Informationsständen vor.

Geschichtsvereine können Mitglieder werben.

Die Aktivisten untereinander können neue Verbindungen knüpfen und sich austauschen.

Außerdem können Infostände Kölner Stadtmuseen aufgestellt werden an denen für kommende Ausstellungen geworben wird.

Aber auch kurze Fachvorträge zu verschiedenen Themen der Stadtgeschichte werden Publikum anlocken.

Besonders wichtig sind Aktionen für Kinder damit frühzeitig das Interesse für Stadtgeschichte geweckt wird. Auch kann die Beschftigung und Erforschung der Geschichte ein reizvoller Anreiz für sinnvolle Freizeitbeschäftigung sein.

Ein anderer wichtiger Faktor – im Hinblick auf Spenden für das Historische Archiv - sind dabei natürlich die einzelnen öffentlichen und privaten Archive in Köln. Gerade die Archive sind die Schatzkammern der Geschichte. Wobei jedes der Kölner Archive ein eigenes Thema bearbeitet.

Aussage eines professionellen Veranstalters: "Warum ist bisher noch niemand auf diese Idee gekommen?"
 
Durchführung:
Was würde benötigt:
Der jeweilige Aussteller kann für seinen Auftritt aus vier Arten von Infoständen wählen.
Wenn ein eigener Infostand aufgebaut wird, ist dazu die Angabe der Quadratmeter notwendig.
            fertiger Infostand
(nur Tisch und Rückwand)
freie Fläche
(Maße werden vorher angegeben.)
Innen    
Außen     
- Räumlichkeiten werden von Stadt Köln bereit gestellt. Dabei muss es sich um Räume UND Platzflächen handeln. Um die Bedeutung zu unterstreichen sollte es der Rathausplatz mit Rathaus und Spanischem Bau sein. Sponsor für Zelte sind vorhanden.

- eine zentrale Koordination (1 Person – max. zwei Monate) für Aufteilung der Plätze und evtl. Gestaltung des Programmhefts 

- Größe und Art des jeweiligen Infostand liegt beim Archiv/Privatperson (Anmeldung wie „Tag des Ehrenamts“ oder „Tag des offenen Denkmals“). siehe Tabelle rechts

- Presse und Marketing ect. läuft über Stadt Köln und Köln Tourismus.

- Schulen (also die späteren Generationen) könnten sich bestimmte Geschichtsthemen vornehmen und dort der Öffentlichkeit vorstellen. (Evtl. kann hier durch eine Jury ein kleiner Preis vergeben werden. z.B. Führung für die Klasse durch das Stadtmuseum oder andere besondere (gewünschte) Örtlichkeiten usw.) Ausschreibung über Schulamt, Kulturdezernat usw.

- kostenpflichtige, gesponserte passende Getränke- und Imbiss“buden“ mit Bezug zur Historie.

- Mitwirkung von wissenschaftlich orientierten Geschichtsgruppen (z. B. 1. Römercohorte e.V., Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V., Stadtführern (an diesem Tag kostenlos), Stiftung Stadtgedächtnis, Stadtmuseum (Aktion), Restauratoren, Dombauhütte usw..
Aber auch Kölner Stadtmuseen mit Infostand oder externer Ausstellung.

Die Restauratoren des Stadtarchivs können öffentlich die Restaurierungsarbeit an den Papieren zeigen. Gleichzeitig kann für Spenden, Patenschaften ect. gesammelt werden.

- Einbeziehung von kommerziellen Veranstaltern -> Mittelaltermarkt usw. (Hier besteht großes Interesse in Köln einen Mittelaltermarkt durchzuführen.)

- evtl. kann ein Programmheft ähnlich wie am "Tag des Ehrenamtes" erstellt werden. Finanzierung durch Schutzgebühr + Spenden + Werbung + Sponsoring.

Zusätzlich sollten natürlich Getränke- und Imbissstände mit eingeplant werden. Um den historischen Rahmen aber nicht zu verändern, sollten hier nur Verkaufsstände eingeladen werden die auch optisch zur Veranstaltung passen.

Aber auch passende Attraktionen wie z.B. historische Karussells oder Verkaufsstände mit entsprechenden Artikeln können hier ein Gewinn sein.

Zur Finanzierung der Veranstaltung sollten die kommerziellen Stände entsprechende Platzgebühren zahlen.

Dieser Tag könnte bei der Bus- und Touristikmesse ein lohnendes Ausflugsziel bieten. Dies sollte auch bei entsprechenden Messen früh genug angekündigt werden.

In der Vergangenheit wurden bei Veranstaltungen immer nur einzelne Vereine oder Personen angesprochen. Somit wurde das jeweilige Programm automatisch verkleinert. Für den Anfang würde es also schon reichen, eine zentrale Adressdatenbank einzurichten in der alle Organisationen oder Personen, die ein Thema der Kölner Stadtgeschichte bearbeiten, erfaßt sind. Auch bei Gesprächen zeigt sich immer wieder, dass "man" kaum oder nur vereinzelt Kontakt zu anderen Gruppen hat.

Ein ähnlicher Geschichtstag wird als Hansetag in verschiedenen Städten an der Ostseeküste mit großem Erfolg durchgeführt. www.hansetag2012.de Zitat des Veranstalters: „Fast 250.000 Besucher, Gäste aus 110 Delegationen aus 14 Ländern“. Das kann Köln auch.

Diese Aktionen werden natürlich nicht sofort riesige Summen bereit stellen. Aber wenn die Aktion regelmäßig statt findet, wird damit auf breiter Basis Geschichtsbewußtsein geweckt und das finanzielle Fundament für das Stadtarchiv und die damit verbundenen Spendenbereitschaft langfristig wachsen.  
 
„Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“ John F Kennedy

oder op Kölsch

Vun nix kütt nix!
 
 
"Tag der Kölner Stadtgeschichte" eine Idee von Werner Müller
 
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